Die Motorsportgeschichte von Bosch beginnt mit den ersten
großen Autorennen kurz nach 1900. Damals fuhren die ersten
Rennfahrzeuge mit Magnetzündapparaten von Bosch. Der
belgische Rennfahrer Camille Jenatzy war zu dieser Zeit einer
der erfolgreichsten Rennfahrer. Sein 60-PS-Mercedes Renn-
wagen war ausgerüstet mit einem Niederspannungs-Magnet-
zünder von Bosch und siegte beim Gordon-Bennett-Rennen
1903 überlegen.
Durch den Einsatz von Bosch-Technik in Rennfahrzeugen
bewies Robert Bosch die hohe Qualität seiner Produkte unter
den extremen Bedingungen von Autorennen. Mögliche
Schwachstellen der Magnetzündung erkannten die Bosch-
Techniker direkt an der Rennstrecke und beseitigten sie. 

Anfang der 1950er Jahre erweiterte der Bosch-Renndienst
seine Aktivitäten. Zum Einen agierte der Dienst nun inter-
national, zum Anderen umfasste die Arbeit von nun an auch
andere Technikfelder, wie beispielsweise die Einspritzanlage.
Eindruckvolles Beispiel aus dieser Zeit war der Große Preis
von Frankreich 1954: die neuen Daimler Benz-2,5 Liter-
Formelrennwagen gewannen mit deutlichem Abstand. Unter
der Motorhaube wurde erstmalig eine direkte Benzin-
einspritzung verwendet. Ebenfalls mit an Bord: Zündanlage
und Zündkerzen von Bosch.

Neben der Benzineinspritzung etablierte Bosch den Renn-
dienst als Versuchsfeld von weiteren seriennahen Produkten
der Automobilelektrik. Beispiele sind hier der Einsatz von
Halogenbeleuchtungen an Fahrzeugen der Rallye Monte Carlo
1963 oder der Ersteinsatz einer kontaktlos gesteuerten
Transistorzündung 1965 im Porsche 906.

Die Bosch Ingenieure prüften auch die damals „junge“
Elektronik im Automobil im Renneinsatz auf Herz und Nieren.
Das zeigen die Versuche mit experimentellen und später
seriennahen Antiblockiersystemen ABS 1968 und 1974.
1978 kam das ABS dann in Serie.

Ab 1980 passte Bosch elektronische Serien-Benzin-
einspritzungen und -Motorsteuerungen auch für Formel 1-
Fahrzeuge an. Erster Kunde war BMW, für den Bosch eine
elektronische Motorsteuerung entwickelte, die Benzinein-
spritzung und Zündung in einer integrierten elektronischen
Steuerung vereinte. Diese Technik war im Serieneinsatz seit
1979 als „Motronic“ bekannt. Resultat war die Weltmeister-
schaft für den Brabham BMW im Jahr 1983. In den Jahren bis
1986 siegten weitere Fahrzeuge mit Bosch Motronic in der
Formel 1.

Weitere erfolgreiche Beispiele für Bosch Technik im Motor-
sport ist die Benzin-Direkteinspritzung BDE, deren Motor-
sportversion in den Siegerfahrzeugen der 24-Stunden-Rennen
von Le Mans von 2001 bis 2005 eingebaut war. Ebenso erfolg-
reich ist die Bilanz bei Bosch Dieseleinspritzsystemen.
2006 bis 2009 gewannen Fahrzeuge mit Bosch Common
Rail-Dieseltechnik das berühmte Rennen von Le Mans.